Wohnwagen-Frühjahrscheck — die acht Punkte, die du nicht vergessen darfst
Veröffentlicht am 28.07.2026
Wohnwagen verbringen den Winter oft monatelang ohne Bewegung. Reifen verformen sich, Dichtungen werden spröde, Wasserleitungen können Frostschäden haben. Mit zwei, drei Stunden Vorarbeit im Frühjahr sparst du dir teure Werkstatt-Termine während der Saison.
1. Reifen und Stützen
Reifendruck nach Anhänger-Typenschild (meist 2,5 bis 3,5 bar) prüfen. Wer mehr als zwei Winter alte Reifen drauf hat, sollte sich das DOT-Datum auf der Flanke ansehen — Reifen älter als sechs Jahre gehören neu, auch wenn das Profil noch okay ist. Stützen sind das zweite häufige Sorgenkind: Kurbel-Mechanik mit Sprühfett behandeln, eingerostete Stützen vor der ersten Fahrt austauschen.
2. Bremsen und Auflaufeinrichtung
Auflaufbremse einmal manuell betätigen — sie sollte spürbar Widerstand bieten und sauber zurückfedern. Bei deutlichen Knack- oder Quietschgeräuschen direkt in die Werkstatt. Das Bremsgestänge wird gern vergessen, gehört aber mindestens alle zwei Jahre nachgefettet.
3. Gasanlage prüfen (lassen)
Die Gasprüfung G607 ist alle zwei Jahre Pflicht. Wer in den zurückliegenden 24 Monaten keine im Heft hat, sollte vor der ersten Fahrt einen Termin machen — eine undichte Gasanlage ist nicht der Punkt, an dem man sparen sollte. Die Prüfung kostet 60 bis 120 Euro.
4. Dichtungen am Dach
Dachhauben, Stauluken, Dachfenster: alle Dichtgummis ansehen, brüchige Stellen mit Silikon nacharbeiten oder austauschen. Wassereintritt ist der teuerste Schaden am Wohnwagen, weil er sich monatelang unbemerkt durchs Holz frisst.
5. Wassersystem durchspülen
Vor der ersten Tour: Tank füllen, Pumpe laufen lassen, Wasser an allen Hähnen ablaufen lassen. Bei Bedarf mit Wassertank-Reiniger ein bis zwei Stunden einwirken, dann nochmal durchspülen. Wer länger als sechs Monate kein Wasser drin hatte, sollte das einmal komplett desinfizieren.
6. Batterie und Elektrik
Bordbatterie messen — unter 12,4 V deutet auf Tiefentladung hin. Lichtanlage am Anhänger einmal durchklicken: alle vier Blinker, Bremslicht, Rücklicht, Kennzeichenleuchte. Wackelkontakte im Stecker sind die häufigste Fehlerquelle.
7. Innenraum: Polster, Schimmel, Schädlinge
Vorhänge öffnen, lüften, Polster auf muffigen Geruch prüfen. Bei Schimmelflecken Ursache suchen — meist Kondenswasser an Außenwand. Mäuse oder Marder hinterlassen Spuren in der Polsterung; wer Bissstellen findet, sollte die Kabelbäume unter den Sitzen kontrollieren.
8. Papiere und Ausstattung
HU-Termin, Versicherungskarte, Gasflaschen-TÜV, Feuerlöscher-Datum, Warnwesten, Verbandskasten. Die kleinen Dinge, die man bei der Polizeikontrolle braucht. Einmal nachsehen kostet 10 Minuten, vergessen kann 100 Euro Bußgeld kosten.
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